Samstag, 14. April 2012

Mitmachen - Keine BILD in meinem Briefkasten!

Erst habe ich diese Aktion für einen verspäteten Aprilscherz gehalten, aber nein - es ist wahr: Zum 60. Geburtstag der BILD-Zeitung im Juni plant der Springer-Konzern eine gigantische Werbemaßnahme: Jeder Haushalt in Deutschland soll ein Exemplar bekommen – ungefragt! Ihr wollt genau wie ich keine BILD in eurem Briefkasten?  Dann erteilt der BILD wie schon viele tausend eine Absage per Online-Formular:




Bei CAMPACT, der Webseite für "Demokratie in Aktion", erfährt man folgendes zur Aktion:
"Vorneweg: Ziel unserer Aktion ist es, eine breite öffentliche Debatte über die Methoden der BILD-Berichterstattung anzufachen. Das scheint zu gelingen: schon 74447 (Stand 14.04. 10 Uhr) Menschen wollen die BILD-Zeitung nicht mal geschenkt. Journalisten werden auf das Thema aufmerksam, und es gibt engagierte und kontroverse Diskussionen in Blogs, auf Facebook, Twitter. Eine Leserin des Campact-Blogs schreibt zur Aktion:"Ich glaube, die Aktion ist deshalb wichtig, um die Menschen einfach mal wieder aus ihrem Schlaf zu rütteln. Mittlerweile genießt die BILD-Zeitung wieder ein viel zu hohes Ansehen und Vertrauen. Es haben sich ja nun einige Prominente, die früher vehement die teils menschenverachtenden Verfehlungen der BILD-Zeitung aufgezeigt haben, jetzt dafür hergegeben, ihr zu einem guten kritischen Image zu verhelfen. Mir rollen sich jedes Mal die Fußnägel auf, wenn ich diese Werbespots sehe (!)."
Die Verbreitung der Aktion ist ein starkes Zeichen dafür, dass der Bevölkerung echter Journalismus und die Würde der Menschen wichtig ist. Uns erreichen etliche Zuschriften zur Aktion, darunter auch einige mit dem Einwand, dass durch unsere Aktion der Springer-Konzern viele Daten erhält, die missbraucht werden könnten. Unsere Antworten dazu finden Sie weiter unten.
Unsere E-Mail-Aktion ist ein Angebot. Jeder wägt für sich selbst ab, ob er in dieser Form mitmachen will, in anderer oder gar nicht. Unser Slogan ist "Demokratie in Aktion". Und oft braucht es erst eine öffentliche breite Diskussion, damit sich in unserer Gesellschaft etwas tut. Diese Diskussion wird gerade entfacht. Eine Diskussion darüber, ob man es z.B. so hinnehmen muss, nach welchen Methoden die BILD-Zeitung arbeitet oder ob man nicht etwas dagegen unternehmen kann. Wir freuen uns, dass Sie sich an der Diskussion beteiligen!
Ihr Campact-Team"
Warum man mitmachen sollte?
"Die BILD ist die auflagenstärkste Tageszeitung in Deutschland, über 2,5 Millionen Exemplare gehen täglich über den Ladentisch. Dadurch kommt ihr eine wichtige Rolle bei der Meinungsbildung zu. Doch immer wieder wird die BILD-Zeitung für ihre reißerische Berichterstattung kritisiert.Mit dramatischen Schlagzeilen wirbt die Zeitung Tag für Tag um ihre Leser/innen. Oft rücksichtslos und ohne Skrupel: Um möglichst viel Sensation zu bieten, wird einseitig berichtet, Tatsachen werden verkürzt und verfälscht. Regelmäßig werden in der BILD die Persönlichkeitsrechte der dargestellten Personen verletzt oder die Menschenwürde missachtet. Keine andere Zeitung wird so oft vom Deutschen Presserat wegen Verstößen gegen den Pressekodex gerügt wie die BILD-Zeitung."
Ein "Opfer" dieser Berichterstattung ist z.B. die bekannte Moderatorin Charlotte Roche; wer "Schoßgebete" gelesen hat, weiß wovon ich spreche! 


Das Ziel der Aktion!
"Wir wollen dem Springer-Verlag zeigen, was wir von diesen Methoden halten. Jetzt bietet uns der Konzern selbst dazu die Möglichkeit: Am 23. Juni 2012, zum 60. Geburtstag der Zeitung, will Springer eine Gratis-Ausgabe an jeden der rund 41 Millionen deutschen Haushalte liefern lassen. Sie wollen keine BILD in Ihrem Briefkasten? Dann sagen Sie NEIN! Verweigern zigtausende Menschen die Jubiläums-BILD, ist das für den Verlag nicht nur ein logistisches Problem, sondern auch ein ganz eindeutiges Signal. Denn: Wenn genug Menschen der Zustellung vorher widersprechen, dann muss der Konzern Springer dafür Sorge tragen, dass diese Menschen tatsächlich auch keine Jubiläums-BILD bekommen. Das ist eine logistische Herausforderung, die erst einmal geleistet werden muss. Je mehr Menschen widersprechen, desto höher wird der Aufwand für die BILD – und im besten Fall wird die Aktion schlicht undurchführbar. Ziel ist es, mit dieser Aktion eine breite öffentliche Debatte über die Methoden der BILD-Berichterstattung anzufachen."
Und übrigens: Was passiert, wenn die BILD trotzdem geliefert wird?


"Die Online-Aktion gegen die BILD wurde von einer Anwaltskanzlei geprüft. Der Appell ist so formuliert, dass der Springer-Verlag die BILD-Zeitung an die Verweigerer nicht ausliefern darf. Wenn Springer trotz Widerspruch die Bild zustellt, kann der Verlag kostenpflichtig abgemahnt und zur Abgabe einer Unterlassungserklärung aufgefordert werden."

Infos auf fast alle Fragen bekommt ihr auf der Webseite CAMPACT!

Wenn auch ihr BILD einfach nur BLÖD findet - dann macht mit und verweigert ganz einfach online die Zustellung der BILD: http://www.campact.de/bild/


Jede Stimme zählt - danke auch für eure!!! 


Kommentare:

  1. Einerseits finde ich die Online-Aktion super aber andererseits liefere ich ja so direkt meine Daten an Bild bzw. dem Springer Verlag...ich bin mir da noch ziemlich unschlüssig ob ich da mitmache. Ich will auch kein BILD!! So einen Schrott lese ich nicht.

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  2. Keine Sorge, in dem "Brief" steht ja ganz unten: "Ferner untersage ich Ihnen ausdrücklich, meine persönlichen Daten zu einem anderen Zwecke zu verwenden, als es für die logistische Umsetzung meines hier formulierten Anliegens zwingend notwendig ist und fordere Sie auf, anschließend sämtliche Daten umgehend und restlos zu löschen." Wenn BILD/Springer dennoch dagegen verstößt, kannst du also auch gerichtlich dagegen vorgehen! :)

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  3. Da habe ich auch schon mitgemacht!
    Will son Schrott auch nicht haben!
    Die Informationsbeschaffung und Aufbereitung ist wirklich unterste Schublade.
    Sie manipulieren bewusst...ein Beispiel was ich mal gelesen habe war,dass sie in ein Krisengebiet sind,den Leuten sagten sie sollten sich doch mal für die Kamera freuen-ja und dann wurde das Material aufs übelste missbraucht um irgendeinen Mist zu verzapfen!

    Zu deinem Kommentar:
    Oh da bist du ja echt noch um eeeiniges Blinder als ich und ich piens schon so rum:/
    Aber wie du sagst man gewöhnt sich dran mich stört es mittlerweile nurnoch selten:)

    Dir auch ein schönes Wochenende!:)
    Liebe Grüße zurück!,
    Shirley

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  4. Na, da bin ich doch dabei, auf den BLÖD-Sinn habe ich auch so gar keine Lust, nicht mal geschenkt.
    Liebe Grüße
    Angelika

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  5. Danke dir, das ist ja lieb! :3
    Stimmt, jetzt wo du es sagst merk ich es auch :D

    Das mit der Bild ist ja schon unverschämt.
    Lästiger Müll :/

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    Antworten
    1. Genau, inhaltlich und äußerlich Müll!

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  6. danke für die info! & den kommentar (:

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  7. Und, habt ihr auch so einen knallroten Umschlag bekommen, als die kostenlose Zeitung verteilt wurde?
    Schöner Aufwand, der da betrieben werden musste ;-).
    Liebe Grüße
    Angelika

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  8. Jaaaa, genau! Den Post dazu gibts demnächst^^ Alle anderen im Haus wurden tatsächlich mit der BILD bedacht...die Hoffnung starb zuletzt -.-

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  9. /me hat anno dazumal weder eine BILD-Zeitung bekommen noch zur Abwendung dieses Übels seine Daten dem Springer-Konzern in den Rachen
    werfen müssen. Bild basteln, ausdrucken und auf Briefkasten kleben genügte:

    http://malenki.ch/d/BILD_verboten_Kontur_und_Text_Rahmen.svg

    oder eine andere Variante:
    http://malenki.ch/d/BILD_verboten_Kontur_und_Text.svg

    Bei der ersten und zweiten BILD-Zeitungsaktion war er hilfreich, die dritte (zum 25. Jahrestag des Mauerfalls) hatte ich leider verpasst. Im Gegenzug habe ich die Postfrau live dabei erwischt – sie klagte ein
    wenig über dieses Schmierblatt – im wahrsten Sinne des Wortes. Sie hatte richtiggehend schwarze Hände – obwohl sie sie schon zweimal
    gewaschen hatte, wie sie mir sagte.

    AntwortenLöschen

Ich freue mich immer über eure Kommentare ♥ :-)

...und erspare euch die nervige Spambot-Abfrage, indem ich jede Anfrage manuell freischalte. Ach und noch etwas: Kommentare mit Werbelinks und Verstößen gegen die Netikette behalte ich mir vor kommentarlos zu löschen.

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