Montag, 5. Juli 2010

Es war einmal ein Notebook. Oder: Der Fluch der HP Pavillion dv6000 Reihe!

Auch wenn der Blogposttitel etwas dramatisch anmuten mag, er trifft den Inhalt ganz gut. Mein HP-Notebook hat nach 3,5 Jahren (nicht ganz treuem) Dienst von jetzt auf gleich den Geist aufgegeben - und das mitten in der heißen Diplomphase Brav Murphy's Gesetz folgend, verabschiedete es sich mit dem (anscheinend) gleichen Grafikkartenproblem, wie es auch schon 1 Jahr nach dem Kauf auftrat. Wenn ihr wissen wollt, wie sehr man heute noch "König Kunde" ist, und was mein Notebook-Defekt mit der Rückrufaktion von Autos mit klemmendem Gaspedal zu tun hat, dann bitte klicken:

Es war einmal ein Notebook. Oder: Der Fluch der HP Pavillion dv6000 Reihe!

Ich habe einen 3,5 Jahre alten HP Pavillion dv6153eu, den ich schon nach einem Jahr Nutzung zur Reparatur einschicken musste: Beim Booten gab das BIOS drei Signaltöne (lang - kurz - kurz) von sich, und der Monitor blieb schwarz; Windows schien aber normal hochzufahren, da die normale Startmelodie ertönte, die Festplatte arbeitete und die LED’s normal leuchteten. Diagnose: Grafikkartenfehler. Der Support war in Ordnung, das Gerät wurde recht schnell repariert und mit dem beigefügten Zettel "Endtest ok" wieder zu mir geschickt.

Seitdem lief das Notebook ohne Probleme. Bis vor ein paar Monaten, als ich feststellte, dass das Notebook keine drahtlosen Netzwerke mehr erkannt hat - einfach so von jetzt auf gleich, obwohl ich gerade noch gesurft hatte. Da blieb nur das Neustarten, dann ging es wieder. Dieser Fehler trat fast jeden Tag, zum Teil sogar mehrmals täglich auf - sehr nervig. Außerdem ging die Akku-Lade-LED beim Einsetzen des Akkus nicht an, wenn das Netzteil angeschlossen ist, was ich aber nicht so problematisch fand, da ich eh ohne Akku arbeite. Aber da die Garantiezeit eh um war, musste ich wohl mit diesen Problemen leben.

Vorgestern dann erneut das bekannte Problem: Drei BIOS-Signaltöne beim Booten (1x lang, 2x kurz), Monitor schwarz - also anscheinend wieder das gleiche Problem. Ein Power-Reset brachte keine Änderung. Um auszuschließen, dass der Fehler nicht vielleicht doch vom Monitor (defektes Kabel etc.) kommt, habe ich einen externen Monitor angesteckt, der natürlich nichts anzeigen wollte. Auch beim Versuch mit einem anderen externen Monitor blieb das Bild schwarz. Also liegt das Problem wohl doch bei der Grafikkarte.

Ich habe mich auch in verschiedenen Internet-Foren kundig gemacht und dabei feststellen müssen, dass das Problem der defekten Grafikkarte (wohl wegen Überhitzung) bei der gesamten Pavillion-Reihe aufzutreten scheint (Klick! Klick! Es gibt sogar eine Art Unterschriftenaktion - Klick) , und eine Reparatur um die 450 € koste. Das ist der halbe (!) Neuwert meines Notebooks! Und das anscheinend nur, weil nVidia fehlerhafte Grafikchips verbaut. Auf der HP-Support-Webseite habe ich den Hinweis HP Herstellergarantieerweiterung nach Reparatur gefunden, der mich neugierig machte. Im Artikel geht es darum, dass HP bei verschiedenen Modellen der Pavillionreihe (und Compaq Presario) einen Hardwarefehler festgestellt und zudem eine neue BIOS-Version herausgebracht hat. Dummerweise wird die Produkt-ID meines Notebook in der Übersicht der betroffenen Modelle tatsächlich aufgeführt! Die Symptome seien: „Das Notebook erkennt keine drahtlosen Netzwerke und der Wireless-Adapter wird nicht von Geräte-Manager erkannt. Auf der LCD-Anzeige des Computers oder dem externen Monitor wird nichts angezeigt. Das Notebook wird nicht mit Strom versorgt und die LEDs sind nicht aktiv. Das Notebook lässt sich nicht starten. Die Akku-Lade-LED geht beim Einsetzen des Akkus nicht an, wenn das Netzteil angeschlossen ist. Beim Booten gibt das Notebook einen einzelnen Signalton ab, was auf mangelnde Stromversorgung hinweist. Der externe Monitor funktioniert, aber auf der LCD-Anzeige des Monitors ist kein Bild zu sehen.“ Somit könnte ich (je nach Auslegung, z.B. werden ja die BIOS-Signaltöne bei den „Symptomen“ nicht aufgeführt) prinzipiell alle Probleme meines Notebooks auf diese „Hardwareprobleme“ zurückführen und kostenfrei reparieren lassen – WENN sich mein Notebook noch in der Garantiezeit befinden würde…

Daher habe ich beim HP-Support angerufen und mein Problem geschildert. Ich wurde umgehend an das HP-Service-Center verwiesen, also die Reparaturabteilung. Vor Beendigung des Gespräches stellte ich noch die Frage, ob HP denn aus Kulanz wenigstens einen Teil der Reparaturkosten tragen könnte, da der Hardwarefehler prinzipiell ja schon während der Garantiezeit vorlag. Antwort: „Nein, das ist leider nicht möglich. Trotzdem einen schönen Tag noch.“ Mal überlegen…wenn für mein Auto-Modell eine Rückrufaktion wegen der Gefahr eines klemmendem Gaspedals stattfindet, muss ich dann mit der Gefahr eines Unfalls leben, weil die Garantiezeit um ist?!

Was blieb mir also anderes übrig, als beim HP-Service-Center anzurufen, in der Hoffnung, mit einem kompetenten Mitarbeiter sprechen und ein Bild von den ggf. auf mich zukommenden Reparaturkosten machen zu können? Diese Hoffnung starb ganz schnell, als eine weibliche Anrufbeantworterstimme die Adresse nannte und nochmals langsam wiederholte, an die man das defekte Gerät per 65 € (!) Vorkasse einschicken sollte, um eine Diagnose mit Kostenvoranschlag zu erhalten. Eine kostenfreie Vorabinformation sei nicht möglich…

Aber damit wollte ich mich nicht abfinden. In verschiedenen PC-Reparaturfirmen meiner Stadt habe ich das Problem geschildert. Fazit: Die Kosten von 450 € sind wohl nicht unrealistisch, da der Grafikchip fest mit dem Motherboard verlötet ist (onboard-Grafik). Die meisten verlangen aber erstmal um die 30 € für eine genaue Diagnose mit Kostenvoranschlag. Da sage ich doch erstmal nein danke... Nein danke, HP!

Mein voriges (erstes) Notebook, ein Acer TravelMate schlummert übrigens seit 3,5 Jahren mit ebenfalls schwarzer Bildschirmanzeige in seinem Karton. Ich überlege ernsthaft, ob ich mir als nächstes nicht lieber einen Computer und kein Notebook zulege, da dort die Grafikkarte ja leichter ausgewechselt werden kann. Denn anscheinend ist das ja die Schwachstelle der modernen Notebooks…

Jetzt habe ich noch das HP-Supportteam über das Kontaktformular angeschrieben, mal sehen was da zurückkommt… Ansonsten bleibt wohl noch die Beschwerdestelle, und ein großes Kopfschütteln als Antwort auf die Frage, ob man als Kunde denn auch außerhalb der Garantiezeit noch König ist.

Enttäuschte Grüße...

Kommentare:

  1. Das ist ja echt doof gelaufen mit deinem Notebook.
    Mir sind aber ähnliche Probleme mit meinem kleinen Acer auch schon passiert und ich bin echt glücklich, dass ich bald einen Computer bekomme.
    Ich rate dir auch wirklich eher zu einem Computer. Nimmt zwar etwas Platz ein, ist dafür aber sicherer :)

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  2. Hey,

    das klingt ja so ähnlich wie das Problem mit meinem Notebook. Da geht auch seit ein paar Tagen der Bildschirm immer erst beim 2. oder 3. Versuch mit an. (Es ist auch schon 3,5 Jahre alt, aber ein Medion) Der Prozessor wird auch immer knalle-heiß, so dass es sich irgendwann mit Bluescreen verabschiedet :(
    Du stehst also nicht allein da! :) Immerhin ein kleiner Trost. :)
    Ich werd mir wohl auch ein neues Gerät kaufen. Ist nur die Frage ob PC oder Notebook....

    Liebe Grüße,
    Silverwing

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  3. Danke für euer Beileid!^^ Ich hoffe mal, dass am WE jetzt ne Entscheidung fällt und ich einen würdigen Nachfolger für meinen Schreibtisch finde :) Euch auch noch ein glückliches Händchen bei der Wahl des neuen PC's/Lappis...

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  4. Schön? das man hier im Netz so viele Leidensgenossen findet. Bei meinen dv6000 (3 Jahre alt NP 1000€) ist exakt das selbe aufgetreten. Der Fehler wurde enfalls schon einmal in der Garatiezeit behoben. Nun ist diese leider abgelaufen und Hp hat meinen Kulanzantrag abgelehnt.
    Bleibt wahrscheinlich nur noch die Beschwerdestelle. Hoffnung = 0
    Und das obwohl hp schon einen Haufen Geld vom miserablen Chiphersteller erhalten hat. Siehe:
    http://www.macnotes.de/2009/05/12/fehlerhafte-grafikchips-sammelklage-gegen-nvidia/#comment-84772
    Ist echt eine Frechheit von Hp!!!

    Fazit: Nie wieder HP (und wenns nur ein Drucker werden soll)

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  5. Mensch, noch ein Leidensgenosse, danke für deinen Kommentar! Ich frage mich auch, ob man mit einer Sammelklage Aussicht auf Erfolg hätte - genügend Betroffene gibt es ja. Man könnte ja zumindest mal mit dem Verbraucherschutz drüber reden... Ich würde mich freuen, wenn du mich auf den Laufenden hältst!

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  6. Hallo! Nun muss ich dem voherigen Eintrag noch ein paar Interessante Links anfügen....

    http://www.macnotes.de/2009/05/12/fehlerhafte-grafikchips-sammelklage-gegen-nvidia/#comment-84772

    http://www.oe24.at/digital/Chinesische-Kunden-sind-auf-HP-sauer-0661954.ece

    Gruß, Hans

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  7. Danke für die Links, trotz umfangreicher Recherche waren mir diese Artikel neu. Aber gut zu wissen, dass ich mich (mit den Chinesen) auch diskriminiert fühlen darf, weil in den Staaten Kulanz-Reparaturen durchgeführt werden und bei uns nicht...

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  8. Schau dir mal diesen Link von [url=http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=260590779989&ssPageName=STRK:MEWNX:IT]EBay(/url] an. Um rund 100.- Euronen

    Gruß Hans

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  9. Hallo Hans, danke für den Hinweis! Hast du deins schon reparieren lassen?

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  10. Ein Nachbar von mir hatte mit einem DV6000 genau das gleiche Problem schon innerhalb der Garantiezeit und dann nochmal ausserhalb der Garantiezeit.
    Durch Erhitzen (dickes Einwickeln in Handtücher) konnte ich die Grafik wieder zum Leben erwecken. Hielt aber nicht lange.
    Mein Acer Aspire 7736ZG läuft und läuft. Und das mindestens 12h am Tag ! HP war .....mal eine gute Firma.

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